Gemeinschaftliche Jahreshauptversamlung der Stadt Schlitz

Ein Abend im Zeichen der Sicherheit: Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schlitz

Schlitz. Am vergangenen Freitag, dem 19. Juni 2026, kam die Feuerwehr der Stadt Schlitz zu ihrer gemeinschaftlichen Jahreshauptversammlung zusammen. Pünktlich um 19 Uhr eröffnete Stadtbrandinspektor Frank Göbel den Abend im Auerhahnsaal auf dem Gelände des „Hahnekiez“. Zu Beginn stand ein stiller und würdevoller Moment im Mittelpunkt: Die Totenehrung. Göbel gedachte der verstorbenen Kameraden und betonte, dass die Feuerwehr ihnen stets ein gebührendes Andenken bewahren werde. Musikalisch untermalt wurde die Schweigeminute von Christina Pilz. Die Zugführerin des Musikzugs sorgte mit einem Stück auf ihrer Trompete für einen ergreifenden Moment im Saal. Dank, Respekt und politische Botschaften In seiner Ansprache richtete Bürgermeister Heiko Siemon das Wort an die Ehrenamtlichen. Er dankte allen Einsatzkräften für ihr unermüdliches Engagement, das die Sicherheit der gesamten Stadt erst gewährleiste. Siemon hob hervor, dass es immer wieder besondere Herausforderungen gebe – so wie im vergangenen Jahr, als ein Autofahrer mutmaßlich durch eine Einsatzstelle in Nieder-Stoll fuhr und die Einsatzkräfte massiv gefährdete. Doch gerade in solchen Momenten zeige sich der besonders hohe Zusammenhalt der Einsatzkräfte im Schlitzerland. „Diese Einstellung verdient höchsten Respekt“, stellte der Rathauschef klar. Ein zentraler Punkt des Abends war die Wahl des Stadtbrandinspektors. Frank Göbel stand als Kandidat zur Wiederwahl und wurde von der Versammlung für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Die Grußworte der Gäste rundeten den ersten Teil des Abends ab: Hans-Jürgen Schäfer (Kreisbeigeordneter und Ehrenbürgermeister) dankte den Anwesenden für ihre Mitarbeit und gratulierte dem alten und neuen SBI Göbel zu dessen Verdiensten um den Brandschutz. Ein besonderes Dankeschön richtete er an die Schlitzer Führungskräfte, die sich freiwillig zusätzliche Verantwortung aufschultern und damit andere mitziehen. Zudem berichtete Schäfer vom frisch beschlossenen Wechselladerkonzept, dass der Gefahrenabwehr im Vogelsbergkreis künftig eine große Bedeutung zukommen lässt. Marcell Büttner (Kreisbrandinspektor) schloss sich den Gratulationen an und bedankte sich für den stets konstruktiven Austausch mit Frank Göbel. Er zeigte sich besonders erfreut darüber, dass mit Andreas Leinweber ein engagierter Kreisbrandmeister für den Vogelsbergkreis gewonnen werden konnte, der viele neue Impulse einbringt. Büttner rechnete der anwesenden Politik eindrucksvoll vor, dass die Stadt Schlitz im Jahr 2025 allein durch die ehrenamtlich geleisteten Einsatzstunden der Brandschützer mindestens sechs Vollzeitstellen eingespart hat – Geld, das seiner Meinung nach direkt wieder in den Brandschutz fließen sollte. Zudem betonte er die Wichtigkeit der Schlitzer Kreisausbilder für den Lehrgangsstandort Schlitz und unterstrich, dass ein hoher Ausbildungsstand der Schlitzer Wehren den Zugang zu Fördertöpfen massiv erleichtere. Jürgen Dickert (Stadtverordnetenvorsteher) legte den Fokus auf die Begriffe Resilienz und Krisenfestigkeit. Der Blick auf die Gesellschaft zeige, dass es grundlegende Veränderungen in der Eigenverantwortung und den Mut brauche, typische Stärken wiederzuentdecken. Der Feuerwehr attestierte er im Namen aller Stadtverordneten Verlässlichkeit und ein enorm hohes Vertrauen. Susanne Sturm (Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands) überbrachte abschließend die Grüße des Verbands und zollte der im vergangenen Jahr geleisteten Arbeit großen Respekt. Von Einsatzrekorden und tiefen Einblicken: Die Bilanz des Jahres 2025 Im Anschluss an die Grußworte gab die ehrenamtliche Feuerwehrleitung einen detaillierten Tätigkeitsbericht ab, welcher einen tiefen Einblick in das abgelaufene Jahr bot. Stadtbrandinspektor Frank Göbel berichtete von insgesamt 215 Einsätzen im Jahr 2025, bei denen 14 Personen gerettet und 36 versorgt wurden. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte hierfür beeindruckende 8.695 Stunden. Besonders erfreulich: Die 429 aktiven Mitglieder machen rund 10 Prozent der Einsatzkräfte im gesamten Vogelsbergkreis aus. Göbel lobte das gewachsene kameradschaftliche Verhältnis unter den Ortsteilen, bei dem Konkurrenzdenken deutlich in den Hintergrund gerückt sei. Der 1. Stellvertretende Stadtbrandinspektor Andreas Schäfer widmete sich den Bereichen Atemschutz und Gefahrgut. Er berichtete stolz von aktuell 103 aktiven Atemschutzgeräteträgern. Besonders in Erinnerung blieben zwei große Einsätze im September 2025 in Ützhausen und Nieder-Stoll, bei denen jeweils 15 beziehungsweise 13 Geräteträger extrem gefordert waren. Schäfer lobte zudem die wertvolle ehrenamtliche Arbeit in der Atemschutzwerkstatt und erinnerte die Versammlung daran, dass die Stadt Schlitz bereits seit einem guten Jahr einen eigenen Kreisbrandmeister mit Andreas Leinweber in ihren Reihen hat. Andreas Leinweber, der 2. Stellvertreter, hob in seinem Bericht die Aus- und Fortbildung hervor. Ein Meilenstein war der erste Führungskräftetag im Schlitzerland im Mai 2025 mit rund 40 Teilnehmern. Leinweber ging auch auf die zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten ein, die geschaffen wurden und rief die anwesenden Feuerwehrkräfte auf, sich redlich an diesen zu beteiligen. Sein Herzensthema, die Brandschutzerziehung, wurde in 2025 erfolgreich neu organisiert: Das aktuell 15-köpfige Team leistete in sechs Kindergärten sowie bei der Neuerstellung eines einheitlichen Konzeptes und der Weiterbildung insgesamt 271 ehrenamtliche Personalstunden. Manuel Hofmann, der im April 2026 das Amt des Zugführers des Katastrophenschutzes von Tobias Jung übernommen hatte, berichtete von acht abgehaltenen Übungen in 2025. Dank des Info-Abends konnte die anfangs ausbaufähige Dienstbeteiligung der rund 70 Helferinnen und Helfer wieder deutlich gesteigert werden. Stadtjugendfeuerwehrwart Mike Dittewich blickte auf 124 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und 51 Kinder in den Kinderfeuerwehren am Jahresende 2025 im Schlitzerland. Besonderes Highlight war die Abnahme der Leistungsspange im Herbst in Mücke, bei der neun Jugendliche in einer gemischten Schlitzerländer Mannschaft die höchste Jugendfeuerwehr-Auszeichnung erhielten. Er dankte seinen Kinder- und Jugendwarten für die zahlreichen Stunden in der feuerwehrtechnischen Ausbildung und der allgemeinen Kinder- und Jugendarbeit. Gänsehautmomente bei den Ehrungen Ein absoluter und sehr emotionaler Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen und Beförderungen. Standing Ovations gab es für Klaus Jost. Er kümmert sich seit vielen Jahren unermüdlich um die Belange der Feuerwehr – sei es als Gerätewart oder stellvertretender Wehrführer in Unter-Schwarz, in der Einsatzabteilung Schlitz oder ganz besonders an der Seite von Tobias Jung als Zugführer im Katastrophenschutzzug. Für dieses außergewöhnliche und jahrzehntelange Engagement erhielt er die goldene Katastrophenschutzmedaille für 40-jährige Dienstzeit von Kreisbrandinspektor Marcell Büttner überreicht. Tobias Jung, der an diesem Abend leider verhindert war, bekam für seine Arbeit im Katastrophenschutz die silberne Katastrophenschutzmedaille für 25-jährige Dienstzeit verliehen. Die Übergabe wird zeitnah nachgeholt. Zudem wurden zahlreiche Kameraden für ihre Leistungen befördert. Schlitzer Führungskräfte werden traditionell nicht am Stadtfeuerwehrtag, sondern auf der gemeinschaftlichen Jahreshauptversammlung befördert: Oberfeuerwehrmann: Sascha König und Marcel Lachmann Löschmeister: Leon Adolph, Christian Aull, Dirk Eifert und Carsten Wink Hauptlöschmeister: Florian Turba Brandmeister: Christian Schmidt Ein runder Abschluss Die letzten Punkte der Tagesordnung waren zügig abgearbeitet. Da im Vorfeld keine Anträge gestellt worden waren, konnte dieser Punkt übersprungen werden. Auch unter „Verschiedenes“ gab es keine weiteren Wortmeldungen. So blieb dem im Amt bestätigten Stadtbrandinspektor Frank Göbel nur noch, der ausrichtenden Feuerwehr Schlitz-Süd für die hervorragende Organisation und die aufmerksame Bedienung zu danken. Gegen 20:50 Uhr schloss er eine in jeder Hinsicht informative und harmonische Versammlung.